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Carlos Schönhärl im Interview über seine Ausbildung zum Konstrukteur


In der Schweiz sind jährlich über 200'000 Personen in einer beruflichen Grundausbildung, bei der die Ausbildung in einem Lehrbetrieb durch eine theoretische Ausbildung an einer Berufsschule ergänzt wird.

Einer dieser Auszubildenden war Carlos Schönhärl, der seine vierjährige Berufslehre zum Konstrukteur kürzlich abgeschlossen hat. Während seiner Lehrzeit bei der HSE•AG erlebte er die Gründung des Unternehmens durch das Management-Buyout von QIAGEN im Jahr 2017 und hat an der Transformation zu einem unabhängigen, multinationalen Start-Up mitgewirkt - eine eindrückliche Erfahrung für jeden Mitarbeiter.

 

Carlos, du hast kürzlich deine Ausbildung mit Bravour abgeschlossen, wir sind sehr stolz auf dich! Wie hast du damals deinen Ausbildungsplatz bei uns gefunden?

Indem ich mein Netz während des Bewerbungsprozesses weit auswarf. Mit meiner Vorliebe für Konstruktion und technische Vorgänge, wollte ich folglich einen technischen Beruf erlernen. Ich bewarb mich für verschiedene Ausbildungsplätze in sehr unterschiedlichen Branchen, zum Beispiel als Lebensmitteltechniker, Flugzeugmechaniker und Schreiner.

Als ich mich bei der HSE•AG, die 2015 noch zur QIAGEN gehörte, vorstellen durfte, gefiel es mir auf Anhieb gut und ich bin froh den Ausbildungsplatz bekommen zu haben.

 

Wie hast du den Start ins Berufsleben erlebt?

Das erste Jahr meiner Konstrukteurslehre absolvierte ich in einem Ausbildungszentrum. Dort wurden uns Grundfertigkeiten gelehrt, wie zum Beispiel das Erstellen von umfangreichen technischen Zeichnungen von Hand. Eine einzelne Bleistiftzeichnung konnte da schon mal zwei Wochen in Anspruch nehmen. Das Training stellt sicher, dass man Dimensionen und Techniken sorgfältig in den Kopf einprägt, bevor man überhaupt an ein Computermodell herangeht, geschweige denn ein Gerät bauen kann. Das war ziemlich anstrengend.

Im zweiten Jahr wechseln die Lehrlinge in die Ausbildungsbetriebe um Industriepraxis zu erlangen. Oft arbeitet man dann an einfachen Projekten, wie z.B. der Konstruktion einer Leuchte oder sogar eines Abfalleimers.

Nicht so bei mir, mein Ausbildungsverantwortlicher hat mich gleich bei einem komplexen Projekt eingeplant. Er liess mich Aufgaben mit grosser Selbständigkeit ausführen und direkt mit Kollegen aus verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten.

Ich fühlte mich am richtigen Ort.

 

Wie hast du die Entstehung der HSEAG erlebt?

Meine Ausbildung begann bei der QIAGEN Instruments AG und es hatte mir dort viel Spass gemacht. Bei der Standortschliessung waren wir Auszubildenden plötzlich mit Unsicherheiten über unser Schicksal konfrontiert. Durch die Gründung der HSE•AG veränderte sich das Team und die Organisation deutlich. Glücklicherweise wurden die Auszubildenden von HSE•AG übernommen und das Team gab uns das Gefühl, wichtige Mitglieder des neuen Unternehmens zu sein.

Anspruchsvoller für mich war jedoch, dass ich damals ermutigt wurde mein "eigenes" Konstruktions- und Dokumentationsprojekt durchzuführen. Dies war auch eines der ersten Technologiemodule, welches HSE auf den Markt brachte – den TubeSealer. Unter Beaufsichtigung musste ich lernen, wie man ein komplexes Projekt verwaltet und jedes Detail dokumentiert.

 

 

Welche Denkweise hat dir geholfen dich weiterzuentwickeln?

Die Lernenden müssen eine gewisse mentale Beweglichkeit für konstruktives Feedback entwickeln, da Fehler und Missverständnisse unvermeidlich sind. Man hört zu, lässt sich von den erfahrenen Kollegen beraten und wendet das neue Wissen an. Es sind nicht die Fehler die zählen, sondern wie schnell man auf diese reagiert und den Kurs korrigiert.

Ausserdem wurde von mir erwartet, dass ich von Anfang an unabhängig denke und handle. Ich konnte Entscheidungen auf meinen eigenen Ideen basierend treffen und wurde von meinem Team ermutigt, sie weiter zu entwickeln. Obwohl ich in den letzten zwei Jahren nur vier Tage pro Woche gearbeitet habe, wurde ich wie ein vollwertiges Teammitglied behandelt und fühlte mich daher eher wie ein Vollzeitprofi als wie ein Trainee.

 

Wie passen deine Ausbildung und Erfahrungen bei HSE•AG in deinen Karriereplan?

Für alle die sich für Maschinenbau begeistern, ist dies ein grossartiger Einstieg in eine Vielzahl von Branchen, nicht nur in den Bereichen Life Science und Diagnostik.

Insgesamt sind vier Jahre praktische Erfahrung von unschätzbarem Wert für die Zukunft. Ich habe eine Vielzahl von vielseitigen Fertigkeiten erworben - von Geräte-Konzeption und Entwicklung, über Projektmanagement, bis hin zu regulatorischer Dokumentation. Dieser Erfahrungsschatz öffnet mir alle Möglichkeiten. Die Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams und die Interaktion mit Kunden, machten mich auch zu einem effektiven und flexiblen Kommunikator. Das ist in jeder Branche gefragt.

 

Was war dein schönster Moment während der Lehrzeit?

Wahrscheinlich das Bestehen meiner Abschlussprüfungen. Nach insgesamt 220 Prüfungen über die gesamte Ausbildungszeit, erhielt ich endlich meinen Fähigkeitsausweis.

 

Wie lief deine Abschlussprüfung?

Ich erhielt 5.9 in «Berufskenntnisse», 5.2 in der Teilprüfung und 5.5 in der praktischen Prüfung bei der HSE•AG. Das ergibt einen Durchschnitt von 5.4.

(Anmerkung: Standard Schweizer 6-1-Notenskala, wobei 6 die höchste und 1 die tiefste Note ist.)

 

Welchen Rat würdest du einem Jugendlichen für die Berufsausbildung geben?

Die Berufsausbildung ist ein wichtiger Grundstein für deine zukünftige Karriere, pack die Chance.  

Mach zunächst einige Schnupperlehren in verschiedenen Bereichen. Da die Stelle für die nächsten 3-4 Jahre sein wird, ist es besser verschiedenste Möglichkeiten auszuprobieren, bevor man eine endgültige Entscheidung trifft.

Ich rate den Auszubildenden auch, ihr Bestes in der Berufsschule zu geben, da diese Noten die Schlussnote beeinflussen. Diese Prüfungen sind wirklich wichtig.

Am wichtigsten ist es, sich zu verpflichten ein proaktiver Mitarbeiter zu sein. Das bedeutet, nach Aufgaben zu fragen und nicht auf sie zu warten. Dies verändert völlig wie man behandelt wird und ob deine Arbeit respektiert wird. Wenn du dich so verhältst als wärst du bereits Teil des Teams, dann wirst du es in der Zukunft auch eher sein.

 

Möchtest du eine Ausbildung im technischen Umfeld machen? Informiere dich über die Möglichkeiten bei HSE•AG.

 

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(Translated from original English)

Posted by Laura Turpeinen